Als PiA Gelerntes sofort in der Praxis anwenden

Fotos: junikum/ Pixabay

Kim Schmitz (juni­tO­ER­BIT) sprach mit Jas­min Sichert über ihre PiA-Ausbildung.

Jas­min Sichert befin­det sich im zwei­ten Aus­bil­dungs­jahr zur Erzie­he­rin auf dem Her­wig-Blan­kertz-Berufs­kol­leg in Reck­ling­hau­sen. Den prak­ti­schen Teil ihrer PiA-Aus­bil­dung absol­viert sie in der junitGOYA.

Jas­min, was bedeu­tet ‘PiA’ eigentlich?
PiA steht für die pra­xis­in­te­grier­te Ausbildung.

Wor­in unter­schei­det sich der PiA Bil­dungs­gang von der ‚klas­si­schen‘ Ausbildung?
Bei der PiA ist die Pra­xis­zeit in den drei Jah­ren inte­griert. Es gibt also kei­ne Block­prak­ti­ka und kein Berufs­prak­ti­kum. Vie­le Berufs­schu­len legen ihren Schwer­punkt am Anfang der Aus­bil­dung auf den Ele­men­tar­be­reich. Bei der PiA kann man zwi­schen den Berei­chen Jugend­hil­fe, OGS, Kita und ande­ren Ein­rich­tun­gen für Kin­der, Jugend­li­che und jun­ge Erwach­se­ne mit beson­de­rem För­der­be­darf wäh­len. Ein wich­ti­ger Unter­schied ist, dass die PiA im Gegen­satz zu der klas­si­schen Aus­bil­dung durch­gän­gig ver­gü­tet wird.

Wo siehst du die Vor­tei­le für dich? Gibt es auch Nachteile?
Einen gro­ßen Vor­teil in der PiA sehe ich bei der engen Ver­zah­nung zwi­schen beruf­li­cher Tätig­keit und Theo­rie. Gelern­tes kann man direkt in der Pra­xis anwen­den. Ich beglei­te die Jugend­li­chen über einen län­ge­ren Zeit­raum, sodass sowohl ich, als auch die Jugend­li­chen davon pro­fi­tie­ren. Nach­teil ist das hohe Pen­sum an Pro­jekt­ar­bei­ten inner­halb der Schul­zeit. Und Theo­rie wird in der Schu­le oft ange­ris­sen und wir müs­sen den Rest zuhau­se erarbeiten.

Wel­che Anfor­de­run­gen kom­men in der Schu­le auf dich zu?
Pro Jahr bekom­me ich eich meh­re­re Pra­xis­auf­ga­ben, die ich in der Ein­rich­tung erle­di­gen muss. Um mei­ne Ent­wick­lung zu erfas­sen, wer­de ich ich von mei­ner Pra­xis­leh­re­rin zehn­mal im Jahr in der Wohn­grup­pe besucht.

Wel­che Auf­ga­ben hast du in der Praxis?
Ich beglei­te den Grup­pen­dienst und über­neh­me eigen­stän­dig Zustän­dig­kei­ten. Seit Beginn des zwei­ten Aus­bil­dungs­jah­res beglei­te ich eine Bezugs­er­zie­he­rin, sodass wir gemein­sam an einem Hil­fe­pro­zess arbei­ten. Ich über­neh­me auch Auf­ga­ben, in denen ich mich wei­ter­ent­wi­ckeln möch­te. Bei­spiel­wei­se das Ver­fas­sen von Trä­ger­be­rich­ten oder Pro­to­kol­len von Fallsupervisionen.

Was war bis jetzt dein schöns­tes Erleb­nis in dei­ner Ausbildungszeit?
Für mich war bis­her das schöns­te Erleb­nis die Feri­en­frei­zeit die­sen Som­mer. Wir fuh­ren mit neun Jugend­li­chen nach Schles­wig-Hol­stein ans Meer. Hier war span­nend zu erle­ben, wie sich eine Feri­en­frei­zeit posi­tiv auf die Grup­pen­dy­na­mik aus­wir­ken kann. Eine Feri­en­frei­zeit ist das kom­plet­te Gegen­teil zum All­tag. Beson­ders in Erin­ne­rung ist mir ein Abend am Lager­feu­er geblie­ben, bei dem geges­sen, gesun­gen sowie tief­sin­ni­ge Gesprä­che geführt wurden.