Familienrat

Wenn die Fami­lie ihre Lösung selbst findet


Was ist ein Familienrat?

»Fami­li­en­rat« kommt ursprüng­lich aus Neu­see­land (fami­liy-group-con­fe­rence). Es ist ein Ver­fah­ren, bei dem die Fami­lie mit Ver­wand­ten, Freun­den oder Men­schen aus ihrem Umfeld zusam­men­kommt und Ideen und Lösun­gen für ihre Pro­ble­me ent­wi­ckelt. Ein Lösungs­plan ist immer bes­ser, wenn die Betei­lig­ten ihn selbst ent­wi­ckelt haben. Denn die Fami­lie, ihre Bekann­ten und Freun­de wis­sen am bes­ten, was sie gut kön­nen und was bei ihnen gut funk­tio­niert. Die Erfah­rung, dass die Fami­lie die Kraft ent­wi­ckeln kann, eige­ne Lösun­gen zu fin­den und ihren eige­nen Weg zu gehen, stärkt alle mit­ein­an­der – auch für die Zukunft!

Warum gerade Familienrat?

  • im Mit­tel­punkt ste­hen das Kind bzw. der Jugend­li­che und sei­ne Familie
  • die Fami­lie ist umfas­send informiert
  • es geht um Zukungts­lö­sun­gen, nicht um Schwie­rig­kei­ten in der Vergangenheit
  • die Koordinatorin/ der Koor­di­na­tor ist neu­tral und beglei­tet ledig­lich den Prozess
  • Ziel: Wer benö­tigt wel­che Unter­stüt­zung und Hil­fe und wer kann dies leisten?

shutterstock_114544609

Der Auftrag

Es gibt in der Fami­lie Res­sour­cen und Poten­zia­le, die Pro­ble­me selbst in die eige­ne Hand zu neh­men und Lösun­gen zu fin­den? Dann schlägt die Fach­kraft des Jugend­am­tes der Fami­lie vor, zu der vor­lie­gen­den Sor­ge oder dem Pro­blem einen Fami­li­en­rat durch­zu­füh­ren. Wenn die Fami­lie ein­ver­stan­den ist, beauf­tragt die Fach­kraft des Jugend­am­tes das juni­kum mit der Koor­di­na­ti­on. Die Bedin­gun­gen, unter denen das Jugend­amt dem selbst ent­wi­ckel­ten Plan spä­ter zustim­men wird, wer­den vor­her genau fest­ge­legt. Dies kön­nen sowhl die Siche­rung des Kin­des­wohls als auch ande­re trif­ti­ge Grün­de sein.

Koordination durch das junikum

Das juni­kum hat Mit­ar­bei­ten­de, die spe­zi­ell für die Koor­di­na­ti­on von Fami­li­en­rä­ten aus­ge­bil­det sind. Die Koordinatorin/ der Koor­di­na­tor unter­stützt die Fami­lie dabei, den Fami­li­en­rat vor­zu­be­rei­ten. Dar­über hin­aus ist sie/ er dafür ver­ant­wort­lich, dass der ent­wi­ckel­te Plan der Fami­lie ver­schrift­licht und dem Jugend­amt und allen Betei­lig­ten zuge­stellt wird.

Unsere Leistung

  • Vor­ge­spräch mit der Familie
  • Kon­takt­auf­nah­me zu den ein­ge­la­de­nen Ver­wand­ten, Bekann­ten und Men­schen des Umfelds und Infor­ma­ti­on über den Fami­li­en­rat (Anlass und Ablauf)
  • Abstim­mung von Zeit, Raum und Ort für den Familienrat
  • Pro­to­kol­lie­rung des erar­bei­te­ten Plans
  • Ver­tei­lung des Plans an alle Betei­lig­ten und an das Jugendamt
  • Über­prü­fung der Ver­ein­ba­run­gen auf Umset­zung und Nach­hal­tig­keit inner­halb eines ver­ein­bar­ten Zeitraums
  • Ablauf eines Familienrates

1. Der Auf­trag: Die Fach­kraft des Jugend­am­tes for­mu­liert ihre Sor­ge zur Lebens­si­tua­ti­on des Kin­des oder Jugendlichen.

2. Infor­ma­ti­ons­pha­se: Die Fach­leu­te infor­mie­ren über ihren Wis­sens­stand und ihre Sicht der Situa­ti­on und stel­len die Min­dest­an­for­de­run­gen dar.

3. Tür zu — Fami­li­en­rat ist Fami­li­en­zeit: Die Fami­lie bespricht mit den ein­ge­la­de­nen Ver­wand­ten, Bekann­ten und  Men­schen des Umfelds die Pro­ble­me. Sie über­le­gen gemein­sam, wel­che Lösun­gen mög­lich sind und wobei sie pro­fes­sio­nel­le Hil­fe benötigen.

4. Tür auf — Lösungs­pla­ner­stel­lung: Die erar­bei­te­ten Lösungs­vor­schlä­ge und Ent­schei­dun­gen wer­den anschlie­ßend  den Fach­kräf­ten vor­ge­stellt. Die­se kön­nen wei­te­re Anre­gun­gen geben. Wenn der Plan sicher ist und den (recht­li­chen) Vor­ga­ben ent­spricht, stim­men sie die­sem zu.



Bei­trags­bil­der: © Shutterstock