Familienanaloge Betreuung

Fami­li­en­anal­go­ge Betreu­ung im In- und Ausland


Sozi­al­päd­ago­gi­sche Lebens­ge­mein­schaf­ten (SPLG) — Eini­ge der von uns betreu­ten Kin­der und Jugend­li­chen benö­ti­gen einen über­schau­ba­ren Betreu­ungs­rah­men und ver­läss­li­che Bezie­hun­gen. Die­se kön­nen wir im Rah­men unse­rer sta­tio­nä­ren Wohn­grup­pen in die­ser Form nicht bie­ten, da der All­tag mehr auf das Leben in der Grup­pe aus­ge­rich­tet ist und unse­re Mit­ar­bei­ten­den zur Siche­rung der Betreu­ungs­kon­ti­nui­tät im Schicht­dienst arbeiten.

Eine alter­na­ti­ve Betreu­ungs­form sind sozi­al­päd­ago­gi­sche Lebens­ge­mein­schaf­ten (SPLG), bei denen aus­ge­bil­de­te Fach­kräf­te ein oder zwei Kin­der in ihre Fami­lie auf­neh­men und dort inten­siv beglei­ten. Da die Kin­der in den SPLGs nicht sel­ten ver­nach­läs­sigt wur­den, unsi­che­re Bin­gungs­er­fah­run­gen gemacht haben oder trau­ma­ti­sche Situa­tio­nen erlebt haben, wer­den die­se Mit­ar­bei­ten­den inten­siv beglei­tet und bera­ten. Die­ser Leis­tungs­be­reich befin­det sich der­zeit noch im Auf­bau. Schau­en Sie doch unter »Job & Kar­rie­re«, ob dies nicht Ihr Arbeits­feld wer­den könnte!

JuMeGa® — Junge Menschen in Gastfamilien

Gast­fa­mi­li­en bie­ten Lebens- und Ent­wick­lungs­raum für jun­ge Men­schen, die aus unter­schied­li­chen Grün­den nicht mehr an ihrem bis­he­ri­gen Lebens­ort ver­blei­ben kön­nen. In der Regel sind dies jun­ge Men­schen, die eine beson­de­re Betreu­ung benö­ti­gen, da sie schwie­ri­ge, mit­un­ter trau­ma­ti­sie­ren­de Erfah­run­gen gemacht haben, von see­li­scher Behin­de­rung bedroht oder betrof­fen sind.

Gast­fa­mi­li­en bie­ten die­sen Men­schen auf­grund ihrer All­tags­kom­pe­tenz und eines Bezie­hungs­an­ge­bo­tes, das nicht pri­mär auf Ver­än­de­rung aus­ge­rich­tet ist, oft ein pas­sen­des Arran­ge­ment zur Sta­bi­li­sie­rung und Ent­wick­lung. Der Auf­ent­halt ist kei­ne dau­er­haf­te Voll­zeit­pfle­ge, son­dern in der Regel auf etwa zwei Jah­re begrenzt.

Freund­li­che Gast­ge­ber gesucht, die Jugend­li­chen in beson­de­ren Lebens­si­tua­tio­nen Türen öff­nen und ihnen ein Zuhau­se auf Zeit geben. Ein kom­pe­ten­tes Netz­werk war­tet auf SIe. Der JuMe­Ga ®-Fach­dienst beglei­tet Sie von Anfang an.

Das juni­kum und der SKF in Lüding­hau­sen set­zen das Kon­zept  JuMe­Ga ® — Jun­ge Men­schen in Gast­fa­mi­li­en — in Koope­ra­ti­on um. Seit März 2014 sind die bei­den Trä­ger Mit­glied im deutsch­land­wei­ten JuMe­Ga ® ‑Anbie­ter­ver­bund.

In wel­chen Situa­tio­nen kann eine Gast­fa­mi­lie hilf­reich sein?

In der Fami­lie lief etwas schief oder die Freun­de hat­ten einen schlech­ten Ein­fluss, es gab bereits Kon­takt mit Poli­zei und Gericht. Viel­leicht gelingt das Zusam­men­le­ben in der Pfle­ge­fa­mi­lie nicht oder die sozia­len Anfor­de­run­gen und kom­ple­xen Struk­tu­ren in der Wohn­grup­pe sind so hoch, dass es immer wie­der knallt.  Dies sind nur eini­ge Beweg­grün­de, bei denen das Leben in einer Gast­fa­mi­lie eine Per­spek­ti­ve für Jugend­li­che sein kann, die nicht mehr in ihrem bis­he­ri­gen Lebens­um­feld blei­ben können.

Was ist eine Gastfamilie?

Gast­fa­mi­li­en bie­ten einen Lebens- und Unter­stüt­zungraum auf Zeit. Von den Gast­el­tern wird dabei kei­ne pro­fes­sio­nel­le Vor­bil­dung vor­aus­ge­setzt. Dies kann ofmals ent­las­ten, da nicht alle immer Ver­än­de­rung erwar­ten und den jun­gen Men­schen erzie­hen wol­len bzw. mit „päd­ago­gi­schem Gequat­sche“ über­for­dern. Gleich­wohl brin­gen Gast­el­tern aus­rei­chen­de Lebens­er­fah­rung mit. Die eige­nen Kin­der sind bereits selb­stän­dig und aus­ge­zo­gen. Oft­mals haben die Gast­el­tern auf­grund ihrer per­sön­li­chen Erfah­run­gen ein ganz ande­res Ver­ständ­nis für das als anstren­gend und schwie­rig emp­fun­de­ne Ver­hal­ten der Jugend­li­chen. Gast­fa­mi­li­en ver­pflich­ten sich zudem zur Zusam­men­ar­beit mit dem JuMe­Ga ® ‑Fach­dienst. Auf­grund der begrenz­ten Lauf­zeit von etwa zwei Jah­ren ist das Ziel des Kon­zep­tes die Vor­be­rei­tung auf eine eigen­stän­di­ge Lebens­füh­rung ohne dau­er­haf­te Bin­dung zur Gast­fa­mi­lie. Die Lebens­for­men von Gast­fa­mi­li­en sind viel­fäl­tig und rei­chen von der klas­si­schen Fami­lie über Mehr-Genera­tio­nen-Fami­li­en, Paa­ren bis hin zu Lebensgemeinschaften.

Was ist mit der Herkunftsfamilie?

Der JuMe­Ga ® ‑Fach­dienst hält den Kon­takt zur Her­kunfts­fa­mi­lie und über­mit­telt alle wesent­li­chen Infor­ma­tio­nen. Der Fach­dienst ver­mit­telt auch, wenn es Kon­flik­te zwi­schen Eltern und Gast­el­tern gibt. Die leib­li­chen Eltern sol­len in ihrer Rol­le erhal­ten blei­ben. Die Jugend­li­chen haben in der Regel auch wei­ter­hin Kon­takt zu ihren Eltern und besu­chen sie.

Welche Aufgaben hat der Fachdienst?

Der JuMe­Ga ® ‑Fach­dienst ist für den gesam­ten Ablauf der Maß­nah­me zustän­dig — von der Akqui­se der Gast­fa­mi­li­en über die Ver­mitt­lung der jun­gen Men­schen, der Beglei­tung wäh­rend der Maß­nah­me bis zum Abschied aus der Gast­fa­mi­lie. Dazu gehö­ren auch regel­mä­ßi­ge Haus­be­su­che, bei denen sowohl die Gast­el­tern als auch die Jugend­li­chen unter­stützt und beglei­tet wer­den.  Dar­über hin­aus hel­fen die Bera­ter bei orga­ni­sa­to­ri­schen Ange­le­gen­hei­ten und wir­ken bei der Hil­fe­pla­nung mit. Bei Bedarf wird auch eine fach­ärzt­li­che oder the­ra­peu­ti­sche Beglei­tung vermittelt.

Was macht JuMeGa ® aus?

Die Wirk­sam­keit des Ange­bo­tes liegt in der Ver­bin­dung der All­tags­kom­pe­tenz der Gast­fa­mi­li­en mit der pro­fes­sio­nel­len Kom­pe­tenz des Fach­diens­tes über die gesam­te Lauf­zeit der Maß­nah­me. Dazu zäh­len z.B. auch ein inten­si­ver Bera­tungs­schlüs­sel (max. 8 Jugend­li­che pro Bera­ter), eine 24-Stun­den-Erreich­bar­keit für die Gast­el­tern und eine qua­li­fi­zier­te Beglei­tung der Fachberater.

Indi­vi­du­al-Päd­ago­gi­sche Aus­lands­maß­nah­men (IPM) — Seit Som­mer 2011 bau­en wir unser Leis­tungs­an­ge­bot der Indi­vi­du­al-Päd­ago­gi­schen Maß­nah­men (IPM) in Polen auf. Die­se Maß­nah­men rich­ten sich an jun­ge Men­schen, die auf­grund viel­fäl­ti­ger Pro­blem­la­gen im Rah­men sta­tio­nä­rer Jugend­hil­fe in Deutsch­land päd­ago­gisch nicht mehr erreich­bar scheinen.

Alltag gestalten lernen

Unse­re Indi­vi­du­al-Päd­ago­gi­schen Maß­nah­men (IPM) in Polen rich­ten sich an jun­ge Men­schen, die auf­grund viel­fäl­ti­ger Pro­blem­la­gen im Rah­men sta­tio­nä­rer Jugend­hil­fe in Deutsch­land päd­ago­gisch nicht mehr erreich­bar schei­nen. Die Jugend­li­chen haben oft mas­si­ve Bin­dungs­stö­run­gen, eine man­geln­de Impuls­kon­trol­le oder sind trau­ma­ti­siert. Ihr Ver­hal­ten ist oft­mals geprägt durch unge­hemm­te Aggres­si­on, Weg­lau­fen, Pro­sti­tu­ti­on, Dro­gen­miss­brauch etc. Sie schei­tern häu­fig an der Kom­ple­xi­tät der Struk­tu­ren in Jugend­hil­feein­rich­tun­gen. Wir wol­len den Jugend­li­chen die Mög­lich­keit geben, sich aus der emp­fun­de­nen Fremd­be­stim­mung und Ohn­macht zu lösen. Damit die eige­nen Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten für sie nach­voll­zieh­bar wer­den, pas­sen wir unse­re Maß­nah­men dem indi­vi­du­el­len Ent­wick­lungs­stand der jun­gen Men­schen an. Für den Jugend­li­chen ist beson­ders wich­tig, die zu bewäl­ti­gen­den Auf­ga­ben und die sozia­len Inter­ak­tio­nen über­schau­en zu kön­nen. Dies berück­sich­ti­gen wir bei der Aus­wahl und Aus­ge­stal­tung der Maß­nah­men in Polen.

Die Jugend­li­chen leben im Rah­men der IPM in der Fami­lie unse­rer Mit­ar­bei­ten­den. Sie ord­nen sich in das Fami­li­en­le­ben ein und gestal­ten mit­ein­an­der den All­tag. Die Fremd­heit der Umge­bung, Kul­tur und Spra­che for­dert vom Jugend­li­chen, sich neu zu ori­en­tie­ren. Die daher erfor­der­li­che inten­si­ve Bezie­hungs­ge­stal­tung ermög­licht dem Jugend­li­chen, alter­na­ti­ve Hand­lungs­mus­ter zu entwickeln.

Chancen

  • Erfah­rung von Selbst­wirk­sam­keit durch ver­bind­li­che Auf­ga­ben im Alltag
  • Alter­na­ti­ve Hand­lungs­mo­del­le und Beziehungserfahrungen
  • Wir­kungs­lo­sig­keit bis­he­rig destruk­ti­ver Verhaltensmuster
  • Indi­vi­du­el­le päd­ago­gi­sche und the­ra­peu­ti­sche Interventionen
  • Distanz beding­te Refle­xi­on der bis­he­ri­gen Milieuerfahrungen
  • Rea­lis­ti­sche Erwar­tun­gen inner­halb der Familie

Vom Clearing zur Perspektive

In der Clea­ring­pha­se wird geprüft, ob eine IPM not­wen­dig und geeig­net erscheint. Vor dem Hin­ter­grund der Per­sön­lich­keit des Jugend­li­chen und der damit ver­bun­de­nen Fra­ge­stel­lun­gen wer­den Kri­te­ri­en für die Aus­ge­stal­tung der Maß­nah­me ent­wi­ckelt. Im Vor­der­grund ste­hen dabei die Ziel­set­zun­gen des jun­gen Men­schen, sei­ner Eltern und des Jugend­am­tes. Dar­aus wird das indi­vi­du­el­le Betreu­ungs­kon­zept erstellt.

Pro­jekt­pha­se Polen — Die Fremd­heit der Umge­bung, Kul­tur und Spra­che for­dert vom Jugend­li­chen, sich neu zu ori­en­tie­ren. Die daher erfor­der­li­che Bezie­hungs­ge­stal­tung ermög­licht dem Jugend­li­chen, alter­na­ti­ve Hand­lungs­mus­ter zu ent­wi­ckeln. Die päd­ago­gi­schen Rah­men­be­din­gun­gen in Polen wer­den so gestal­tet, dass der Trans­fer des Gelern­ten in hie­si­ge Lebens­wel­ten mög­lich ist. Eine gemein­sam erar­bei­te­te Anschluss­per­spek­ti­ve ist wesent­li­cher Bestand­teil für das Gelin­gen einer IPM. Dies kann z.B. eine ambu­lan­te Betreu­ung in eige­ner Woh­nung, die Inte­gra­ti­on in eine Wohn­grup­pe oder die Rück­kehr in die Her­kunfts­fa­mi­lie sein.

Qualitätsstandards

  • Ein­zel­be­treu­ung je Projektstandort
  • erfah­re­ne Betreuerpersönlichkeiten
  • pass­ge­nau­es, päd­ago­gi­sches Milieu
  • regel­mä­ßi­ge Bera­tung und Beglei­tung in Polen
  • Kin­der- und Jugend­psych­ia­tri­sche und ggf. medi­zi­ni­sche Begleitung
  • Kri­sen­ma­nage­ment, z.B. durch 24-Stunden-Erreichbarkeit
  • inten­si­ve Eltern­ar­beit durch einen sys­te­mi­schen Familientherapeuten
  • Koope­ra­ti­on mit Schul­trä­gern, z.B. Fernschulen
  • zeit­lich und ört­lich fle­xi­bel plan­ba­re Hilfeplangespräche
  • Fort­bil­dung und Qua­li­fi­zie­rung der Mitarbeitenden
  • Doku­men­ta­ti­on und Berichtswesen
  • Koope­ra­ti­on mit den in Polen zustän­di­gen Behörden
  • Ori­en­tie­rung an der Arbeits­hil­fe des Bun­des­ver­ban­des Erleb­nis­päd­ago­gik e.V. (01/2011)

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