Deeskalations-Management

Deeskalationstraining verringert Gewaltsituationen


Aggression ist lediglich der missglückte Versuch von Kommunikation und Beziehungsgestaltung und bedarf eines Beziehungsangebots, jedoch keiner Sanktion. Nach diesem Ansatz wurden im junikum in den letzten Jahren alle Mitarbeitenden im Umgang mit Gewalt und Aggression geschult. „In der Art und Weise, wie die Menschen mit ihrer eigenen Gewaltbereitschaft und Aggressivität umgehen und wie sie auf Gewalt und Aggression ihrer Mitmenschen reagieren, lassen sich Lösungen für ein besseres Miteinander finden.“  (ProDeMa)

In der Annahme dieser Aussage schult das junikum seit November 2010 alle Mitarbeitenden, die regelmäßig Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben, im Umgang mit Gewalt und Aggression. Das dreitägige Seminar setzt sich mit der Frage auseinander, an welcher Stelle es im pädagogischen Alltag vermehrt zu Wutausbrüchen und Aggression kommt und welche Reize dafür verantwortlich sind. Auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Wut und Aggression ist ein wesentlicher Bestandteil des Workshops und Grundlage unseres Verstehens, was bei meinem Mitmenschen los ist, wenn er sich aggressiv oder gewalttätig verhält.

Das Kernstück der Fortbildung ist die verbale Deeskalation, die eine wirksame Methode sein kann, hoch angespannte Kinder und Jugendliche zu unterstützen, ihrer Emotion anderweitig Ausdruck zu verleihen, um so aggressives Handeln zu verhindern. Die verbale Deeskalation wird intensiv mittels Videoanalyse trainiert und verfeinert. Die Themen Selbstschutz und Nachsorge nach Übergriffen werden ebenso behandelt wie die  Technik der wertschätzenden Grenzsetzung.

Die intensive Schulung aller Mitarbeitenden im junikum hat nachhaltig dazu beigetragen, dass Menschen in solchen Ausnahmezuständen ein hohes Maß an Wertschätzung und fachlicher Begleitung durch die Mitarbeitenden erfahren. Angeregt durch die Schulungen wurden z.B. in allen Bereichen die Regeln und Strukturen dahingehend überprüft, ob bzw. in welchen Situationen sie das Aggressionsniveau erhöhen. Die veränderte Haltung hat zudem nachweislich zu einer Verringerung von psychiatrischen Krisenaufenthalten auf Seiten der Kinder und Jugendlichen geführt.

Die Deeskalationsschulungen im junikum wurden von Tanja Dziuron und Thomas Reil entwickelt. Beide haben ihre Ausbildung zum Deeskalationstrainer beim Institut für professionelles Deeskalationsmanagement ProDeMa ® absolviert.

Unter dem Titel »Von der Haltung zur Handlung« konnten bislang 160 Mitarbeitende in Gruppen zu je zwölf Personen ausgebildet bzw. trainiert werden. Alle neuen Mitarbeitenden im junikum sind verpflichtet an dem Seminar teilzunehmen. Regelmäßig im Jahr finden Aufbau- und Trainingseinheiten statt.

Die sechs Trainingsstufen:

  • Verhinderung der Entstehung von Aggression und Gewalt
  • Veränderung der Bewertungsprozesse
  • Verständnis der Ursachen und Beweggründe
  • kommunikative Deeskalationstechniken
  • Abwehr- und Fluchttechniken
  • Halte- und Immobilisationstechniken

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