Stellungnahme zum Beschluss des Koalitionsausschusses

Am 29. März 2017 hat der Koali­ti­ons­aus­schuss des Bun­des beschlos­sen, dass unter Zif­fer 7 “Frau­en und Kin­der in Flüchtlingsunterkünften/ unbe­glei­te­te min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge”, in den Rege­lun­gen zur geplan­ten Reform des SGB VIII (Kin­der- und Jugend­hil­fe) ein Pas­sus ein­ge­fügt wird, der den Län­dern weit­ge­hen­de Steue­rungs­mög­lich­kei­ten bezüg­lich der Kos­ten von unbe­glei­te­ten min­der­jäh­ri­gen Flücht­lin­gen einräumt.

Im Ein­klang mit den Fach­or­ga­ni­sa­tio­nen, den Bun­des­fach­ver­bän­den für Erzie­hungs­hil­fen BVkE, IGfH und EREV, bit­ten wir die Abge­ord­ne­ten des Bun­des­ta­ges dar­um, ein Augen­merk dar­auf zu legen, dass die­se geplan­te Öff­nungs­klau­sel das ein­heit­li­che Kin­der- und Jugend­hil­fe­recht nicht unter­gräbt und zu einer Jugend­hil­fe der zwei­ten Klas­se für jun­ge Geflüch­te­te führt. Sol­che Rege­lun­gen dür­fen es nicht den Kom­mu­nen und Jugend­äm­tern unmög­lich machen, bedarfs­ge­recht im Ein­zel­fall zu ent­schei­den und für alle jun­gen Men­schen in Deutsch­land Hil­fe zu leisten.

Auch fürch­ten wir Aus­strah­lungs­ef­fek­te für die Hil­fen für jun­ge Voll­jäh­ri­ge, deren Ein­heit­lich­keit gera­de jüngst der letz­te Kin­der- und Jugend­be­richt als zen­tral für die Wei­ter­ent­wick­lung einer stüt­zen­den Infra­struk­tur für jun­ge Men­schen in Deutsch­land gekenn­zeich­net hat.


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