Die Grenzen des Möglichen sind erst der Anfang

Von Chris­toph Fin­ger. Leben­dig, frech und unkom­pli­ziert wirkt Leon mit sei­nen jun­gen 16 Jah­ren. Man sieht es ihm nicht an, dass er lang­jäh­ri­ge Erzie­hungs­be­ra­tung, inten­si­ve Psych­ia­trie­auf­ent­hal­te und bereits diver­se Jugend­hil­fe­an­ge­bo­te durch­lau­fen hat. Aber sei­ne Eltern sind trotz all der sinn­vol­len Hil­fen immer wie­der mit Leon an ihre Gren­zen und die der Fami­lie gestoßen.

Nach einem erneu­ten Poli­zei­ein­satz in sei­nem Eltern­haus wur­de Leon in eine Wohn­grup­pe gebracht. Ihm wur­de jedoch schnell klar, dass er die­se engen Struk­tu­ren nur schwer ein­hal­ten kann. Er woll­te gese­hen wer­den, irgend­wie „nor­mal“ leben. Eine neue Hil­fe muss­te gefun­den werden.

Gast­fa­mi­lie als Chance

Das Hil­fe­an­ge­bot JuMe­Ga® ist jetzt die aktu­el­le Hil­fe­form. Eine neue zwei­te Chan­ce. Eine Mög­lich­keit wo sich kei­ner mehr eine vor­stel­len konn­te. Leon lebt nun in einer Gast­fa­mi­lie, die genau sol­chen Jugend­li­chen eine Mög­lich­keit gibt, jen­seits der pro­fes­sio­nel­len Hil­fe, einen Lebens­ort zu fin­den. Die­ser ist zwar auch ver­bind­lich, Leon bleibt aber ein Gast.

Gast sein bedeu­tet, dass der Jugend­li­che nach einer gewis­sen Zeit auch wie­der in eine ande­re Hil­fe­form wech­seln kann und dies kein Abbruch oder Ver­sa­gen sein muss. Das Kon­zept sieht erst­mal eine Ver­weil­dau­er von unge­fähr zwei Jah­ren vor. Dies kann, muss aber nicht ein­ge­hal­ten wer­den und so dau­ern die­se lebens­na­hen Hil­fen in Gast­fa­mi­li­en von meh­re­ren Mona­ten bis zu meh­re­ren Jah­ren an.

Lebens­er­fah­rung trifft pro­fes­sio­nel­len Rahmen

Eine Gast­fa­mi­lie ist nicht pro­fes­sio­na­li­siert oder beson­ders geschult, son­dern vor allem erfah­ren durch eige­ne erwach­se­ne Kin­der und gespannt auf außer­ge­wöhn­li­che Jugend­li­che. Durch den JuMeGa®-Fachdienst wer­den sie eng beglei­tet und bera­ten. Der Fach­dienst bie­tet den Gast­el­tern die pro­fes­sio­nel­le Sicht in schwie­ri­gen Situa­tio­nen mit den Jugend­li­chen oder auch mit deren Herkunftsfamilien.

Die Unter­brin­gung selbst wird den Gast­fa­mi­li­en mit einem erhöh­ten Pfle­ge­satz durch das Jugend­amt ver­gü­tet, da es sich um eine sehr her­aus­for­dern­de Auf­ga­be han­delt. Wenn die Che­mie stimmt ist vie­les mög­lich. So ist der JuMeGa®-Fachdienst immer auf der Suche nach leben­di­gen Gast­fa­mi­li­en, die Lust auf neue Her­aus­for­de­run­gen haben. Leon hat eine neue Chan­ce bekom­men. In der Gast­fa­mi­lie konn­ten sei­ne Pro­ble­me ganz neu sor­tiert und ernst­ge­nom­men wer­den und aus der Sack­gas­se wur­de eine neue Perspektive.

 Chris­toph Finger
JuMeGa®-Fachberater

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